6 Dinge, die ich gerne vor dem Zahnmedizinstudium gewusst hätte

Oder formulieren wir das mal anders: 6 Dinge, die du unbedingt wissen musst, bevor du in dein Studium startest. Denn vor dem Studium wissen wir alle nicht wirklich, was uns in den nächsten Jahren erwartet. Kein Wunder, dass die meisten Student:innen nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung in den ersten beiden Semestern das Studium abbrechen. Heftig, oder? Dieser Blogpost bringt ein bisschen Ordnung in den Zahnmedizinstudium-Dschungel und erleichtert dir den Start in deinen Traum vom Zahnmedizinstudium.

1. Survival-Tipps für deinen ersten Zahntechnik-Kurs

Wer hätte das gedacht: Das Zahnmedizinstudium ist recht zahntechniklastig – und genau davon bekommst du bereits an den meisten Unis direkt im ersten Semester einen Vorgeschmack, Stichwort Technisch-propädeutischer Kurs (TPK). Da kommst du als Ersti schon sehr schnell ins Schwitzen. Ausgebildeten Zahntechnikern gehen die Arbeiten jedoch viel leichter von der Hand, da sie durch ihre Ausbildung schon viel mehr Routine haben. Unser Tipp: Wollt ihr euch erfolgreich für den TPK wappnen, schnuppert mal mit einem Praktikum im Zahnlabor erste Zahntechnik-Luft. Noch besser ist, wenn ihr euch vorab über die Anforderungen des TPK informiert und dann im Labor gezielt üben könnt. Manche Unis veröffentlichen die Anforderungen auf den jeweiligen Homepages. Natürlich könnt ihr euch auch bei Student:innen aus höheren Semestern erkundigen. Falls es mit eurer Zulassung für den Wunschstudiengang Zahnmedizin nicht beim ersten Versuch geklappt hat, könntet ihr über eine zahntechnische Ausbildung nachdenken: Dann sammelt ihr gleichzeitig Wartesemester und bleibt in den Zahntechnik-Kursen im ersten Semester immer schön lässig. Direkt zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen!

2. Zahnmedizin studieren ohne Latinum - geht das?

„Wie, du willst Zahnmedizin studieren? Du hattest doch in der Schule gar kein Latein!“ Kommt euch das bekannt vor? Diese Sätze bekommt man ab und zu zu hören. Und klar, da kommen zunächst Zweifel auf. Später stellt sich aber heraus, dass dies überhaupt kein Problem ist: Wer kein großes Latinum hat, muss vor dem Physikum nur den Terminologie-Schein erwerben. Im Rahmen des Kurses wird man auch schon mit ersten anatomischen Grundbegriffen bekannt gemacht, die dann in der Anatomie wieder wichtig werden. Es ist also überhaupt kein Problem, ohne lateinische Vorkenntnisse ins Studium zu starten. Dennoch schadet es natürlich nicht, wenn das große Latinum schon in der Tasche steckt.

3. Wie teuer ist das Zahnmedizinstudium wirklich? 

Direkt am Anfang des Studiums wird der „Ersti-Koffer“ angeschafft. Dieser beinhaltet die Werkzeuge und Verbrauchsmaterialien für den kommenden Kurs. Super Tipp: Wenn ihr Geld sparen möchtet, könnt ihr das Set auch gebraucht aus dem aktuellen Examenssemester kaufen. In der Regel beinhalten diese Sets auch noch einige nützliche Zusatzinstrumente, die für die kommenden Phantomkurse nützlich sein könnten. Dann freuen sich auch die jungen Alumnis, wenn sie ihre Sachen an die nächste Generation weitergeben und euch so bei der Anschaffung von fehlendem Material helfen. Und meistens gibt es von den Alumnis auch noch super hilfreiche Tipps und Tricks!

Die Kosten für die Sets, die für die praktischen Kurse benötigt werden, variieren von Uni zu Uni. Manche Unis stellen beispielsweise eine Technikermaschine zur Verfügung, an anderen muss diese auf eigene Kosten angeschafft werden.
Wenn Ihr alle Materialien neu haben wollt, Ihr Hilfe mit Eurer Materialliste benötigt oder etwas nachbestellen müsst, meldet euch gerne bei zahnimarkt.com.

4. Die Vorklinik ist wichtig 

Bio, Chemie, Physik, Anatomie, Physiologie und Biochemie sind ebenfalls wichtige Schwerpunkte der Vorklinik. Die Vorklinik in der Zahnmedizin poliert eure allgemeinen medizinischen Kenntnisse auf. Gerade im Fach Anatomie lernt ihr viele medizinische Grundlagen, die teilweise nicht direkt etwas mit Zahnmedizin zu tun haben. Dennoch ist es von enormer Wichtigkeit für angehende Zahnmedizinier:innen wichtige Strukturen an menschlichen Körpern kennenzulernen und diese auch zu präparieren. In den meisten Fächern bemühen sich die Dozent:innen aber darum, einen Bezug ihres Themas zur Zahnmedizin herzustellen, um dadurch die Student:innen für ihr Fach zu begeistern.

5. Die Prüfungen - ist das Zahnmedizinstudium wirklich so anspruchsvoll?

Die Prüfungsleistungen im Studium der Zahnmedizin sind sehr vielfältig: Es gibt Klausuren, meist Multiple-Choice-Prüfungen, mündliche Prüfungen und Testate. Was genau müsst ihr dabei für ein Testat tun? In den praktischen Kursen werden die angefertigten Arbeiten testiert: Zufriedenstellende Arbeiten erhalten dann also ein Testat. Noten gibt es dabei nicht.

In den theoretischen Fächern, wie Biochemie oder Physiologie werden Klausuren geschrieben, bei deren Bestehen ihr einen Schein für das jeweilige Fach bekommt. Diese Scheine sind wichtig, denn sie sind quasi Zulassungsvoraussetzung für die staatlichen Prüfungen. Aber was fällt alles unter die staatlichen Prüfungen? Die erste ist die Naturwissenschaftliche Vorprüfung (NVP) nach dem 2. Semester mit Chemie, Biologie bzw. Zoologie und Physik. Nach dem 5. Semester folgt das Physikum bzw. die Zahnärztliche Vorprüfung mit den Fächern Biochemie, Anatomie und Physiologie und einer praktischen Woche, in der ihr verschiedene zahntechnische Arbeiten anfertigen müsst. Obendrauf kommt dann noch eine Prüfung im Fach Werkstoffkunde. Klassische Klausuren gibt es auch hier nicht: Die theoretischen Fächer der staatlichen Prüfungen werden mündlich in kleineren Gruppen geprüft. Habt ihr euch durch Vorprüfungen und das Physikum gequält, steht ihr nach 10 Semestern Regelstudienzeit vor dem Staatsexamen oder der Zahnärztlichen Prüfung, mit verschiedenen klinischen Fächern und Behandlungen am Patienten.

Ihr merkt schon – kleine Schritte sind der Schlüssel zum Erfolg. In einem so vielfältig aufgestellten Studium wie dem der Zahnmedizin ist es besonders wichtig für euren Seelenfrieden, auch mal die kleinen Dinge zu feiern! Und am Ende setzt sich alles wie ein Puzzle zum großen Ganzen zusammen.

6. Mentaler und körperlicher Ausgleich ist wichtiger denn je

Das Zahnmedizinstudium ist sowohl mental als auch körperlich teilweise wirklich sehr anstrengend und kann einen des Öfteren an die eigenen psychischen Grenzen bringen. In Lernphasen und in den Technikkursen herrscht meist starker Leistungsdruck und eine teilweise krasse Ellenbogen-Mentalität. Klar will da jeder mit seinen Kommilitonen mithalten und nicht auf der Strecke bleiben. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, für Ausgleich von Körper und Gehirn zu sorgen, damit ihr leistungsfähig bleibt. Natürlich sind auch Misserfolge Teil eines Studiums und gehören nun mal dazu. Damit ihr diese aber ohne Folgeschäden verkraften könnt, müsst ihr lernen, euch selbst auf andere, positive Gedanken zu bringen. Die Möglichkeiten dafür sind grenzenlos, und klar – jeder von euch hat sein eigenes Erfolgsrezept. Überraschend ist auch nicht, dass sogar Studien zeigen, dass Motivation und Gehirnkapazität nach einer ausgiebigen Sporteinheit viel besser funktionieren.

Quellen

studieren.org, Zahnmedizin“. Von https://studieren.org/studienfacher/gesundheitswesen/zahnmedizin/ 

Süddeutsche Zeitung, „Fast jeder Dritte bricht das Studium ab“ von Matthias Kohlmaier. Von https://www.sueddeutsche.de/bildung/studium-fast-jeder-dritte-bricht-das-studium-ab-1.3530420 

Work Life Balance: mehr Ausgleich und Gelassenheit. Von https://www.studienstrategie.de/zeitmanagement/work-life-balance-wie-kannst-du-mehr-ausgleich-und-gelassenheit-im-job-und-studium-gewinnen-das-beste-work-life-konzept/ 

Sport und Natur als Ausgleich zum Unistress von Irina Kostyszyn. Von https://beast.unibas.ch/sport-und-natur-als-ausgleich-zum-unistress/ 

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