4 Lerntipps für das Zahnmedizinstudium

Ein neues Semester, eine neue Klausurenphase. Anatomie, Physiologie, Biochemie - grade diese vorklinischen Fächern bereiten vielen Zahnis beim Lernen Kopfschmerzen. Die Menge an Inhalten und Wissen, die in euren Kopf gepresst werden, führt wohl jeden Student:innen irgendwann zu der Überlegung: Kann ich das nicht einfach abkürzen?

Der Stoff muss leider rein, aber immerhin: Es gibt einige Möglichkeiten, effizienter zu lernen und im besten Fall sogar mit etwas Spaß. Wir haben für euch mal ein paar Methoden zusammengetragen - probiert es doch einfach mal aus!

1. Der Weg durch das Lernstoff-Chaos

Das Thema greifbar zu machen, stellt uns Student:innen vor eine besondere Herausforderung. Wer zuhause vor seinem 800-Seiten-Biochemie-Buch sitzt, kann da schon mal verzweifeln. Wichtig ist also, dir bewusst zu machen, was von dir verlangt wird: Was muss ich alles können für die Prüfung und wie erarbeite ich mir das? 

Oft gibt es über die Fachschaften Skripte, Altklausuren oder auch Berichte über die Prüfung. Das ist häufig ein guter Leitfaden, wie tief ein Thema gelernt werden muss. Aber Achtung: Mit Skripten lernen mag verlockend sein, aber Prüfer:innen merken meistens schnell, wer nur das Skript auswendig gelernt hat! Vielen fällt es dann leichter, sich zunächst einen Überblick über das Thema zu verschaffen. Dafür eignen sich insbesondere auch Kurzlehrbücher gut. Eigne dir erstmal ein Grundwissen an und halte dich nicht zu lange mit Details auf - das Wissen kannst du dann später gezielt vertiefen. Über die Zeit bildet dein Gehirn eine Art Spinnennetz aus den erlernten Inhalten, in dem die neuen Informationen, wie geschnappte Beute, immer leichter hängenbleiben.

2. Spaß beim Lernen - aber wie? 

Zusammen ist es einfach schöner: Sucht euch einen Lernpartner oder eine Gruppe und vereinbart regelmäßige Treffen. So könnt ihr euch gegenseitig motivieren, nicht in die Prokastinationsfalle zu treten. In einer netten Runde könnt ihr schwierige Themen besprechen und verbindet zudem das Lernen mit angenehmer Abwechslung! Holt euch einen Kaffee oder geht raus ins Grüne – wir Zahnis verbringen ja ohnehin schon genug Zeit im Keller der Uni.

Noch ein Vorteil: Gesprächsrunden und gegenseitiges Abfragen sind eine super Vorbereitung auf mündliche Prüfungen!

3. Wie lernst du richtig auswendig? 

Die Schlauberger unter euch werden das natürlich schon wissen, aber: Das Gehirn braucht häufige Wiederholungen, um erlernte Inhalte vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis zu übertragen. Der Psychologe Herman Ebbinghaus fand schon im 19. Jahrhundert heraus, dass die Abstände zwischen den Lernvorgängen immer größer werden sollten – bei mindestens 5 Lernvorgängen. Beispielsweise bedeutet das: Wenn du den Citratzyklus lernst, wiederholst du ihn direkt am selben Tag. Dann wiederholst du ihn am folgenden Tag, dann drei Tage später, dann nochmal eine Woche später und nochmal einige Wochen später.

Das Wiederholen von Inhalten bringt zudem Abwechslung in deinen Lernalltag, denn: Das Gehirn langweilt sich relativ schnell. Versuch es bei Laune zu halten, indem du immer wieder für Abwechslung sorgst. Wechsle dich mit Themen ab und halte dich nicht zu lange an einer Sache auf. Und wechsle auch mal die Lernmethoden: mal lesen, mal zusammenfassen, mal Karteikarten lernen. Lege dir Unterlagen an, die du auch später wiederverwenden kannst. Viele Themen wirst du im Physikum oder Staatsexamen wieder lernen müssen – gute Lernunterlagen zahlen sich also aus!

4. Aufgabeneinteilung beim Lernen? Kein Problem! 

Damit es leichter fällt, bei der Sache zu bleiben, solltest du Erfolgserlebnisse einplanen. Das hört sich komisch an, zeigt aber in langen Lernphasen, wie beispielsweise vor dem Physikum, Wirkung: Etwas verstanden oder gelöst zu haben, motiviert und erhöht zudem die Frustrationstoleranz bei schwierigen Themen.

Teile dir dabei am besten die Aufgaben in kleinere Häppchen auf und lege genau fest, was du schaffen willst. Du behältst so den Überblick, was du schon kannst und was noch auf dich zukommt. Ein Beispiel wäre: Heute Abend möchte ich alle Äste des N. Trigeminus auswendig aufsagen können.

Viele Lehrstühle geben außerdem Kataloge für die geforderten Kompetenzen für die Prüfung heraus (zum Beispiel in Physiologie) – daran kannst du dich gut orientieren und deinen eigenen Lernplan erstellen.

An die Bücher, fertig - los!

Besonders vor großen Prüfungen ist es wichtig, sich gut vorzubereiten. Mit ein bisschen Organisation und einigen Tricks wird die nächste Physiologie-Prüfung schon weniger angsteinflößend! Strukturiere deine Art zu Lernen und teile dir die Arbeit auf. Am wichtigsten bleibt aber: führ dir vor Augen, warum du das alles machst! Mit jeder Prüfung kommst du deinem Traum ein Stück weiter.

Quellen

Studienberatung Humboldt Universität Berlin. Lernstrategien. Von https://www.hu-berlin.de/de/studium/beratung/psyber/faq-fuer-studierende/lernstrategien

Universität Düsseldorf. Checkliste: Übersicht Lernstrategie-Kategorien. Von https://www.uni-due.de/imperia/md/images/iw/de/studium/checkliste_lernstrategien.pdf

Krengel, Martin. Lernstrategien: Wie du rauskriegst, was bei der Klausur drankommt: Dein Bestnoten-Plan. Von https://www.studienstrategie.de/lernen/lernstrategien/

Reiß, Mirjam. Modul 5: Lernstrategien. Veröffentlich von NOVA Innovationscampus Universität Greifswald. Von https://nova-campus.de/studi-guide/modul-5-lernstrategien/

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