Wie die Covid-19-Pandemie das Zahnmedizinstudium verändert hat

Seit Anfang des letzten Jahres dreht sich alles nur um ein Thema – die Corona-Pandemie. Der Lockdown traf alle Student:innen, aber für uns Zahnis war es besonders hart. Warum? Kaum ein Studium ist so praxisreich wie das der Zahnmedizin. Veranstaltungen in Präsenz wurden dennoch häufig einfach eingestellt. Für Unis und Student:innen ergaben sich dann eine Menge Fragen und Unsicherheiten. Wie sollen Präp-Kurse und Co bloß weitergehen? Mit diesem Blogpost fassen wir zusammen, was sich im letzten Jahr für uns veränderte. Wir fragen uns: Gibt es auch etwas Positives an den Veränderungen? 

Aller Anfang ist schwer – Lehre von analog zu digital

Wie immer braucht es Übung, um etwas perfekt zu beherrschen. Genauso ging es auch unseren Professor:innen und Dozent:innen, als von Online-Unterricht die Rede war. Da waren erstmal alle geschockt und überfordert. Mit dieser Ausnahmesituation musste noch niemand umgehen. Die Digitalisierung sowie die technische Kompetenz  steckten noch in den Kinderschuhen. Und trotzdem: Alle mussten das Beste aus der Situation machen. So wurden die Vorlesungen und Kurse aus der (Vor-)klinik online abgehalten. Für die Student:innen war das Homeoffice zunächst eine Herausforderung. Nicht mehr täglich die Uni für Vorlesungen aufzusuchen konnte sich absolut niemand vorstellen. Trotzdem, wer hätte es gedacht: Ein paar Vorteile gab es. So fällt die teils zeitaufwendige Anfahrt zur Uni weg. Die Vorlesungen am Vormittag von zu Hause aus entzerrten den Tag. Für die, die kaum oder gar keine Veranstaltungen in Präsenz hatten, blieb mehr Zeit für Familie und Freunde. Besonders dann, wenn man für das Studium die Heimat verlassen hat: Denn im Semester schafft man es durch ein konstant hohes Stresslevel eher selten, die Heimat ausgiebig zu besuchen.

Die Kontakte und der Austausch untereinander fehlen

Und zwar definitiv! Besonders schlimm trifft die Situation hier die Erstis. Keine Ersti-Woche, keine Veranstaltungen zum Kennenlernen, keine Kneipentour. Dabei sind gerade die ersten Wochen wichtig, um Kontakte zu knüpfen und Freundschaften sowie Lerngruppen aufzubauen. Auch die höheren Semester sind von den Kontaktbeschränkungen betroffen. Diese konnten nicht gemeinsam lernen oder sich privat treffen. Um Abhilfe zu schaffen, richten die Fachschaften der Unis Online-Get-Together’s ein. Der FVDZ (Freier Verband Deutscher Zahnärzte e.V.) organisierte einen Digital Dentistry Day. Dieser sorgte für Austausch mit Student:innen aus Deutschland über die Pandemie-bedingten Situationen an den Unis.

Organisation der praktischen sowie der Behandlungskurse

Die Behandlungskurse online abhalten – soll das ein Scherz sein? Eigentlich ist das unmöglich. Das war zumindest der Standpunkt eines Großteils der Student:innen. Trotzdem, damit die Kurse nicht ausfallen und die Regelstudienzeit verändert wird, musste eine Lösung her. Also wurden in den praktischen Kursen die Gruppengröße minimiert. Teilweise wurden einzelne Arbeiten abgewandelt, sodass einzelne Schritte bereits zu Hause durchgeführt werden durften – oder direkt entfielen.

In den klinischen Behandlungskursen wurden ebenfalls die Gruppengröße verkleinert und der Abstand zwischen den einzelnen Behandlungseinheiten vergrößert. Häufig müssen behandelnde Student:innen, Patient:innen und betreuende Ärzt:innen einen negativen COVID-Test vorlegen. Zudem schützen sich alle bestmöglich mit einer FFP-2-Maske und zusätzlichen einem Visier. Die Anpassungen der Behandlungskurse waren allerdings von Uni zu Uni verschieden. 

Hoffnung durch die COVID-19-Impfstoffe

Die Welt hofft darauf, dass durch die Impfstoffe endlich wieder Normalität einkehrt. Und gerade für Menschen, die nah an Patient:innen arbeiten, bietet eine Impfung einen Schutz. Da sind unsere Kommiliton:innen in der Klinik hautnah von betroffen. Ende Februar kam endlich die Nachricht: An einigen Unis wurden bereits Impfangebote für Student:innen der Klinik geschaffen. Mittlerweile sind schon Student:innen der Vorklinik geimpft, teilweise besitzen sie auch schon den vollen Impfschutz durch eine Zweitimpfung. Es geht also hoffentlich bergauf.

Die Folgen durchs Aussetzen der Lehre

„Ach, ist doch nur ein Jahr“ denkt man zuerst. Aber dieses eine Jahr ohne Examenssemester kann durch Aussetzen von Lehre und Prüfungen weitreichende Konsequenzen haben. Neben laufenden Kosten für Wohnung und Lebensunterhalt bekommen auch die Praxen und Kliniken die Folgen zu spüren. Aber wie genau sehen die denn aus? Praxen, Kliniken und Co warten nach der Examenszeit meist sehnsüchtig auf frischen Nachschub in Form neuer Assistenzärzt:innen. Durch die Pandemie können aufgrund der fehlenden Absolventen Engpässe in der Patientenbehandlung auftreten. Aber nicht nur in der Zeit nach dem Studium gibt es ein paar Probleme: Für Student:innen in niedrigeren Semestern kann das einen Studi-Stau bedeuten, da alle zur gleichen Zeit in gleiche Kurse wollen. Logisch, du willst ja nicht noch eine Extrarunde drehen. Doch gerade die Kapazitäten in den praktischen (Behandlungs-)Kursen sind sehr begrenzt. So gibt es nur eine bestimmte Anzahl an Phantomköpfen und auch die wenigen Patient:innen für die Behandlungskurse sind heiß begehrt. (Pssst: Sind die Phantomköpfe rar, kannst du diese hier mieten.)

Das Fazit? Zum Glück engagierten sich Student:innen und auch Dozent:innen dafür, die Lehre an Deutschlands Universitäten fortzuführen. Es geht weiter, auch wenn wir auf die Semester in der Covid-19 Pandemie gerne verzichtet hätten.

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